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Carbon Controlling: Wie du Dekarbonisierungsziele messbar und steuerbar machst

BI2run - Carbon Controlling

Du hast Klimaziele definiert. Du hast eine Dekarbonisierungsstrategie. Aber weißt du heute, ob du auf Kurs bist? Die meisten Unternehmen können diese Frage nicht klar beantworten. Nicht weil die Ziele fehlen, sondern weil das Steuerungssystem fehlt. Carbon Controlling schließt genau diese Lücke.

Klimaziele ohne Steuerung sind nur Absichten

Eine aktuelle Beobachtung aus der Praxis: Unternehmen investieren erheblich in die Formulierung von Klimazielen und Dekarbonisierungsstrategien. Die Umsetzungssteuerung läuft aber oft noch über Excel-Tabellen, E-Mail-Abstimmungen zwischen Konzernzentrale und Tochtergesellschaften und manuelle Reportings, die einmal im Quartal zusammengeklickt werden.

Das Problem dabei ist strukturell. Emissionsdaten liegen in Vorsystemen, die nicht mit der Planungslandschaft verbunden sind. Emissionsfaktoren werden nicht versioniert. Szenariovergleiche fehlen. Und wenn sich Rahmenbedingungen ändern, etwa neue IPCC-Szenarien oder Energiepreisentwicklungen, muss alles manuell neu gerechnet werden.

Das Ergebnis: Du weißt erst im nächsten Jahresbericht, ob du vom Kurs abgekommen bist. Zu spät für Gegensteuerung.

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Was Carbon Controlling bedeutet

Carbon Controlling bezeichnet die systematische Anwendung von Controlling-Methoden auf CO2-Emissionen und Energiekennzahlen. Das klingt einfacher als es ist, denn die meisten Controlling-Systeme wurden nicht für Emissionsdaten gebaut.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen ESG-Reporting: Reporting schaut zurück. Controlling schaut voraus und greift ein. Ein Carbon-Controlling-System beantwortet nicht nur die Frage „Was haben wir emittiert?“, sondern auch: „Wo weichen wir vom Pfad ab?“ und „Welche Maßnahmen bringen welchen Effekt?“

Die relevanten Dimensionen im Carbon Controlling:

  • Absolute Emissionen nach Scope 1, 2 und 3, aufgegliedert nach Organisationseinheit, Region und Energieträger
  • Emissionsintensität: CO2 pro Produktionseinheit, pro Mitarbeiter oder pro Euro Umsatz
  • Forecast-Abgleich: Wie entwickelt sich der Emissionspfad im Vergleich zum Zielkorridor?
  • Maßnahmen-Tracking: Welche Initiativen wurden umgesetzt, und welche Wirkung zeigen sie?
  • Szenariovergleiche: Was passiert bei unterschiedlichen Annahmen zu Energiepreisen, Emissionsfaktoren oder regulatorischen Anforderungen?

Carbon Controlling in fünf Schritten aufbauen

Du brauchst dafür keine neue Software-Plattform von der Stange. Du brauchst ein Datenmodell, das Emissionsdaten mit deiner bestehenden Planungslandschaft verbindet. Das geht in fünf Schritten:

  1. Datenbasis schaffen: Energieverbrauchsdaten, Emissionsfaktoren und Organisationsstrukturen werden in einem zentralen System zusammengeführt. Emissionsfaktoren (Scope 1, 2 und 3) werden versioniert und auditfähig gespeichert.
  2. Dimensionen definieren: Welche Organisationseinheiten berichten? Welche Energieträger werden unterschieden? Welche Planungsjahre und Szenarien werden parallel gepflegt?
  3. Szenarioplanung aufbauen: Unterschiedliche Annahmen zu Emissionsfaktorenentwicklungen, Energiemix oder regulatorischen Anforderungen lassen sich gegeneinander stellen. So entsteht ein Korridor möglicher Entwicklungspfade statt einer einzigen Linie.
  4. Reporting automatisieren: Statt manuellem Zusammenbau eine konsolidierte Konzernansicht mit Drill-Down-Möglichkeit bis auf Einzelgesellschaftsebene. Abweichungen vom Zielkorridor werden sichtbar, bevor sie im Jahresbericht auftauchen.
  5. Eingreifen können: Das System zeigt nicht nur, was passiert, sondern ermöglicht Anpassungen. Neue Maßnahmen werden eingeplant, ihre modellierte Wirkung direkt sichtbar gemacht.
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Praxisbeispiel: Carbon Navigator bei einem Energieversorger

Genau diesen Aufbau haben wir gemeinsam mit einem führenden europäischen Energieversorger umgesetzt. Ausgangslage: Ein Konzern mit ambitionierten Klimazielen für 2030, aber einem vollständig manuellen Steuerungsprozess. Dekarbonisierungspfade pro Konzerngesellschaft, verwaltet über Excel und abgestimmt per E-Mail.

Der Carbon Navigator ist die Planungs- und Steuerungsplattform, die wir auf Basis von IBM Planning Analytics entwickelt haben. Er bildet sämtliche Energiekennzahlen über Dimensionen wie Organisationseinheit, Region, Energieträger, Szenario und Version ab. Über 30 automatisierte Prozesse ersetzen die manuelle Datenerfassung. Emissionsfaktoren werden zentral verwaltet, versioniert und sind jederzeit auditfähig.

Was der Kunde damit gewonnen hat: eine konsolidierte Sicht auf den gesamten Konzern, Szenariovergleiche in Echtzeit, und die Möglichkeit, den Fortschritt auf dem Dekarbonisierungspfad nachvollziehbar zu dokumentieren. Nicht erst im nächsten Jahresbericht, sondern laufend.

Fazit: Steuern statt berichten

Carbon Controlling ist keine Frage der Unternehmensgröße. Jedes Unternehmen mit verbindlichen Klimazielen braucht ein System, das mehr kann als zurückblicken. Die gute Nachricht: Das Fundament dafür ist in vielen Unternehmen bereits vorhanden. Eine BI-Plattform, die Planungsdaten und Emissionsdaten zusammenbringt, reicht als Basis aus.

Der Schritt von „wir haben Klimaziele“ zu „wir steuern aktiv auf sie zu“ ist kleiner als er scheint. Er erfordert kein neues System, sondern das richtige Datenmodell und die richtige Struktur.

Carbon Controlling · ESG

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