Viele Unternehmen nutzen TM1 bereits als leistungsstarke Plattform für Planung, Analyse und Reporting – doch die Qualität dieser Prozesse steht und fällt mit den zugrundeliegenden Daten. Häufig erleben wir in Projekten, dass zwar die Planungsmodelle gut durchdacht sind, die Datenintegration jedoch stiefmütterlich behandelt wird. Das Ergebnis: langsame Ladezeiten, inkonsistente Reports oder manuelle Nacharbeiten.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du die Datenintegration in TM1 systematisch angehst, welche Datenquellen sich gut anbinden lassen und worauf du achten solltest, damit dein Modell nicht nur technisch funktioniert, sondern auch inhaltlich überzeugt.
Hinweis: Der Begriff “TM1” wird aus historischen Gründen oft noch synonym für “IBM Planning Analytics” verwendet, bezieht sich heute aber offiziell nur noch auf die Datenbank-Engine.
Datenintegration in TM1 – worum geht es eigentlich konkret?
In TM1 sprechen wir von Datenintegration, wenn Daten aus externen Systemen in Cubes geladen werden – entweder einmalig oder regelmäßig, automatisch oder manuell. Dabei geht es nicht nur darum, Rohdaten in das System zu bringen, sondern vor allem auch darum, sie sinnvoll zu strukturieren, zu bereinigen und für Analysen nutzbar zu machen.
Der gesamte Prozess beginnt oft außerhalb von TM1 – zum Beispiel in einem ERP-System wie SAP, in einer SQL-Datenbank oder in Excel-Tabellen. Ziel ist es, diese externen Informationen so aufzubereiten und zu übertragen, dass sie sauber in die TM1-Cubes integriert werden können. Genau dafür gibt es verschiedene Werkzeuge und Strategien, auf die wir im Folgenden eingehen.

Welche Datenquellen eignen sich für TM1 – und wie werden sie angebunden?
TM1 ist sehr flexibel, was Datenquellen betrifft. Du kannst klassische Systeme wie SAP oder Microsoft Dynamics ebenso anbinden wie moderne Cloud-Anwendungen oder APIs. Häufig genutzt werden:
- ERP-Systeme wie SAP, Oracle oder Dynamics
- CRM-Systeme wie Salesforce oder HubSpot
- SQL-Datenbanken (z. B. SQL Server, PostgreSQL, Oracle DB)
- Flatfiles in Form von CSV- oder Excel-Dateien
- Cloud-Dienste wie Azure Blob Storage oder Amazon S3
- REST-APIs von Drittsystemen
Die Anbindung dieser Quellen erfolgt meist über sogenannte TurboIntegrator-Prozesse. Das sind Skript-gesteuerte Ladeprozesse innerhalb von TM1, mit denen du die Datenverarbeitung steuern kannst. Bei Datenbanken erfolgt die Verbindung über ODBC-Treiber, bei Flatfiles direkt aus dem Filesystem oder Netzlaufwerk, bei APIs oft über REST-Aufrufe in Kombination mit Python.
Wenn du eine größere Anzahl von Quellen mit unterschiedlichen Formaten und Anforderungen integrieren musst, kann sich der Einsatz einer Middleware wie Talend, IBM DataStage oder Informatica lohnen. Diese Tools übernehmen die Vorverarbeitung und leiten die strukturierten Daten dann an TM1 weiter.
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Was ist bei der Modellierung und Datenstruktur zu beachten?
Bevor du mit der technischen Anbindung beginnst, solltest du dir Zeit für die Modellierung nehmen. Es bringt wenig, Daten einfach „irgendwie“ in TM1 zu laden – entscheidend ist, dass sie zu deinem Modell passen. Überlege dir also: Welche Dimensionen brauchst du? Wie sollen die Daten aggregiert werden? Welche Kennzahlen willst du analysieren?
Ein häufiger Fehler ist es, Datenstrukturen aus Vorsystemen eins zu eins zu übernehmen, ohne sie zu hinterfragen. Dabei bietet TM1 oft die Möglichkeit, Daten gezielter und nutzbringender zu modellieren, etwa durch Umstrukturierung von Dimensionen oder gezielte Verdichtung auf relevante Ebenen.
Datenbereinigung, Transformation und Validierung – mehr als nur lästige Pflicht
Wenn du aus verschiedenen Quellen lädst, wirst du zwangsläufig auf Inkonsistenzen stoßen. Unterschiedliche Formate, leere Felder, Dubletten oder fehlerhafte Einträge sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Deshalb sollte jeder Datenintegrationsprozess auch eine Qualitätssicherung beinhalten.
Das kann direkt in einem TI-Prozess passieren oder vorgelagert mit einem ETL-Tool. Wichtig ist: Du solltest nie „ungeprüfte“ Daten ins Produktivsystem laden. Ideal ist es, wenn du Validierungslogiken einbaust, die beispielsweise auf fehlerhafte Währungsformate, fehlende Schlüssel oder ungewöhnliche Ausreißer reagieren. Auch ein tägliches Lade-Log mit Klartextmeldungen hilft dir und dem Betriebsteam enorm bei der Wartung.

Beispiel aus der Praxis: Ladeprozess aus SQL-Quelle mit Validierung
Nehmen wir an, du willst Verkaufsdaten aus einer SQL-Datenbank in TM1 laden. Du verbindest dich per ODBC mit der Quelle, ziehst die benötigten Felder (etwa Produkt, Region, Umsatz), wandelst das Datumsformat um, prüfst auf Nullwerte und schreibst die Daten in deinen Sales-Cube.
Ein einfacher, aber effektiver TI-Prozess könnte folgende Schritte enthalten:
- Verbindung aufbauen
- SQL-Abfrage definieren
- Leere oder fehlerhafte Felder überspringen
- Abweichungen im Log dokumentieren
- Daten schreiben
- Ladeergebnis als Mail versenden
Auch wenn das technisch simpel klingt, macht gerade diese Automatisierung im Alltag den Unterschied. Die Ladezeiten sind konsistent, Fehlerquellen werden reduziert und du kannst dich auf die Inhalte konzentrieren – nicht auf das Nacharbeiten.
Wichtige Erfolgsfaktoren für eine stabile Datenintegration
Aus unserer Erfahrung gibt es einige Grundprinzipien, die du bei der Datenintegration beachten solltest:
Erstens: Arbeite immer mit einem durchdachten Ladekonzept. Spontane Einzellösungen mögen kurzfristig helfen, führen aber schnell zu Wildwuchs und schlechter Wartbarkeit.
Zweitens: Dokumentiere deine TI-Prozesse – nicht nur für die Technik, sondern auch für die Fachabteilung. So weiß jeder, woher die Daten stammen, wie sie aufbereitet werden und wie aktuell sie sind.
Drittens: Plane regelmäßige Qualitätssicherungen ein. Ob automatisierte Tests, stichprobenartige Auswertungen oder visuelle Plausibilitätsprüfungen – sie helfen dir, frühzeitig Fehler zu erkennen.
Und nicht zuletzt: Denke in Prozessen, nicht in Quellen. Es geht nicht nur darum, eine CSV-Datei einzulesen, sondern darum, einen stabilen Ablauf zu schaffen – von der Datenentstehung bis zur Analyse in TM1.
Fazit: Wer sauber integriert, gewinnt
Die beste Planung in TM1 bringt wenig, wenn die Datenbasis nicht stimmt. Eine saubere, gut strukturierte Datenintegration ist kein Luxus, sondern der Grundstein für alles, was darauf aufbaut. Wer frühzeitig auf ein robustes Datenmodell, klare Prozesse und gute Tools setzt, spart sich langfristig viel Aufwand – und gewinnt aussagekräftige Ergebnisse, auf die man sich verlassen kann.
IBM Planning Analytics · TM1
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