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Rollierende Planung: Warum immer mehr Finance-Teams das Jahresbudget hinter sich lassen

BI2run - Rollierende Planung

Es ist Oktober. Das Jahresbudget, das im November des Vorjahres nach wochenlanger Abstimmung verabschiedet wurde, hat drei Monate alte Marktannahmen als Grundlage. Ein großer Kunde ist abgesprungen, ein neuer Wettbewerber hat die Preise unter Druck gesetzt, und die Rohstoffkosten haben sich anders entwickelt als geplant. Das Budget gilt trotzdem noch bis Dezember.

Dieses Szenario kennen die meisten Controller. Es ist nicht das Ergebnis schlechter Planung, sondern das strukturelle Problem der klassischen Jahresbudgetierung: Sie ist ein Schnappschuss, kein lebendiges Steuerungsinstrument.

Rollierende Planung löst dieses Problem. Nicht durch mehr Aufwand, sondern durch eine andere Planungslogik: kontinuierlich statt einmalig, vorwärts gerollt statt rückwärts berichtet.

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Ob Rolling Forecasts für euren Planungsprozess passen, lässt sich in einem kurzen Gespräch einschätzen.

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Was ist rollierende Planung – und wie funktioniert sie?

Rollierende Planung bezeichnet einen Planungsansatz, bei dem der Planungshorizont kontinuierlich vorwärts gerollt wird. Statt einmal pro Jahr ein fixes Jahresbudget zu erstellen, wird der Horizont in regelmäßigen Abständen – meist monatlich oder quartalsweise – um eine Periode verlängert.

Das klassische Modell: ein rollierender 12-Monats-Forecast. Sobald der Januar abgeschlossen ist, wird ein neuer Januar des Folgejahres angehängt. Das Planungsteam hat immer einen vollen Jahreshorizont vor sich – nicht einen, der jeden Monat kürzer wird.

MerkmalKlassisches JahresbudgetRollierende Planung
PlanungshorizontFix: 1. Januar bis 31. DezemberImmer gleich lang: z.B. stets 12 Monate
AktualisierungEinmal jährlichMonatlich oder quartalsweise
Reaktion auf MarktAbweichungsanalyse rückwirkendAnpassung in Echtzeit
PlanungsaufwandGroß einmal jährlich (6–10 Wochen)Kleiner, aber regelmäßig
SteuerungsqualitätNimmt ab je näher das Jahresende kommtBleibt konstant hoch
SzenariofähigkeitEingeschränktZentrale Stärke

Der entscheidende Unterschied liegt in der Steuerungsqualität. Ein Jahresbudget wird schwächer, je mehr Monate verstrichen sind – weil die Planungsannahmen veralten. Ein rollierender Forecast bleibt konstant aktuell. Für eine technische Grundlage, die rollierende Planung ermöglicht, empfiehlt sich der Artikel Top-Down und Bottom-Up Planung in TM1.

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Warum stößt das klassische Jahresbudget an seine Grenzen?

Die Kritik am klassischen Budgetierungsprozess ist nicht neu. Drei Schwächen werden dabei immer wieder genannt:

1. Veraltete Planungsannahmen

Ein Budget basiert auf Marktannahmen, die zum Zeitpunkt der Erstellung galten. Sechs Monate später kann die Realität völlig anders aussehen. Trotzdem wird das Budget als Maßstab verwendet, obwohl seine Grundlagen nicht mehr gelten.

2. Der Budgetierungsprozess bindet massive Ressourcen

Laut BARC Planning Survey dauern klassische Budgetierungsrunden im Durchschnitt 6 bis 10 Wochen. McKinsey schätzt, dass Finance-Teams bis zu 60 Prozent ihrer Planungszeit mit reiner Datenverwaltung verbringen.

3. Politische Verzerrung

Klassische Budgets laden dazu ein, Polster einzubauen. Bereiche verhandeln ihre Budgetziele möglichst niedrig an, um am Jahresende gut dazustehen. Das Ergebnis sind Budgets, die eher Verhandlungsergebnisse als realistische Pläne abbilden.

Rollierende Planung adressiert das erste und zweite Problem direkt: Planungsannahmen bleiben aktuell, weil sie regelmäßig angepasst werden. Und der Aufwand pro Planungsrunde ist deutlich geringer, weil keine komplette Neuerstellung nötig ist – nur eine Fortschreibung.

Wie sieht rollierende Planung in der Praxis aus?

Rollierende Planung ist keine einzelne Methode, sondern eine Familie verwandter Ansätze:

Rolling Forecast (12+0 oder 18+0)

Der klassischste Ansatz: Der Forecast läuft immer über einen festen Horizont von 12 oder 18 Monaten. Jeden Monat oder jedes Quartal wird der nächste Zeitraum angehängt, der letzte fällt heraus. Das Budget als fixer Jahresrahmen entfällt oder wird zum Orientierungsrahmen degradiert.

Budget plus rollierender Forecast (12+3 oder 12+6)

Ein Kompromiss, der in vielen Unternehmen als Einstieg gewählt wird: Das Jahresbudget bleibt als strategischer Rahmen bestehen, wird aber durch einen kurzfristigen rollierenden Forecast ergänzt. Mit der Zeit verliert das Budget an operativer Bedeutung.

Quartalsweise Neuplanung

Manche Unternehmen rollen nicht monatlich, sondern quartalsweise: Jedes Quartal wird ein neuer 12-Monats-Plan erarbeitet. Weniger Aufwand als monatliches Rollen, aber deutlich aktueller als ein reines Jahresbudget.

Wie wäre es, wenn euer nächster Forecast in Stunden statt Wochen steht?

Wir zeigen euch, wie rollierende Planung mit IBM Planning Analytics konkret aussieht – an euren Zahlen, nicht an abstrakten Demos.

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Was bringt es in der Praxis? Zwei Beispiele

Länsförsäkringar AB: 10 Planungszyklen pro Jahr statt einem

Der schwedische Versicherer Länsförsäkringar AB setzt IBM Planning Analytics für seinen rollierenden Planungsprozess ein. Das Unternehmen hat die Zahl der Planungszyklen auf 10 pro Jahr erhöht und damit die Genauigkeit seiner Langzeitvoraussagen deutlich verbessert. Statt einer großen jährlichen Unsicherheit arbeitet das Finance-Team mit kontinuierlich aktualisierten, kurzfristig validierten Prognosen.

IBM selbst: Berührungsloser KI-Prognoseprozess

IBM nutzt Planning Analytics intern für die eigene Finanzplanung. Nach der Integration von KI-Funktionen in den Forecast-Prozess werden Prognosen teilweise vollautomatisch aktualisiert – ohne manuelle Dateneingabe. Das Unternehmen spart seit 2023 jährlich Millionen von Arbeitsstunden durch abgeschaffte manuelle Berichterstattung. Das zeigt, wohin rollierende Planung führt, wenn sie konsequent mit KI-gestütztem Forecasting kombiniert wird – mehr dazu im Artikel KI im Controlling.

BI2run - Qualitätsprüfung

Welche Voraussetzungen braucht rollierende Planung?

Rollierende Planung erfordert auch die richtige technische Grundlage. Drei Voraussetzungen sind entscheidend:

  1. Integrierte Datenbasis: Rollierende Forecasts funktionieren nur, wenn Ist-Daten automatisch und aktuell in das Planungsmodell einfließen. Wer monatlich manuell Daten aus dem ERP exportiert und in Excel einfügt, schafft sich mehr Aufwand, nicht weniger.
  2. Treiberbasieres Modell: Ein Rolling Forecast, der jede Einzelposition manuell fortschreibt, ist genauso aufwändig wie ein Jahresbudget. Die Lösung: treiberbasierte Modelle, in denen wenige zentrale Werttreiber alle abhängigen Größen automatisch aktualisieren.
  3. Kulturelle Bereitschaft: Rollierende Planung bedeutet, dass es keine finale, einmalige Planungsrunde mehr gibt. Die Umstellung braucht neben Technik auch eine klare Kommunikation, was sich ändert und warum.

IBM Planning Analytics ist für genau diesen Anwendungsfall ausgelegt: automatischer Ist-Daten-Import aus SAP, treiberbasierte Modellierung und ein rollierendes Planungsgerüst. Mehr zur Plattform im Artikel IBM Planning Analytics. Die Datenintegration von Planning Analytics ergänzt rollierende Forecasts optimal.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Umstieg?

Drei Signale sprechen klar für rollierende Planung:

  • Eure Budgetrunden dauern länger als vier Wochen und das Ergebnis gilt schon bei Verabschiedung als überholt.
  • Geschäftsführung oder Aufsichtsrat verlangen häufiger unterjährige Prognosen, die ihr mit dem bestehenden Prozess nicht zeitnah liefern könnt.
  • Eure Branche ist volatil – Rohstoffpreise, Wechselkurse, Regulatorik oder Kundennachfrage ändern sich schneller, als ein Jahresbudget reagieren kann.

Weniger sinnvoll ist der Umstieg, wenn das Unternehmen in einem sehr stabilen Umfeld operiert, die Finance-Kapazität für regelmäßige Planungszyklen fehlt oder die Datenbasis für automatischen Ist-Daten-Import noch nicht vorhanden ist.

Faktenblock: Rollierende Planung in Zahlen
  • Klassische Budgetierungsrunden dauern 6–10 Wochen (BARC Planning Survey)
  • Finance-Teams verbringen bis zu 60 % der Planungszeit mit reiner Datenverwaltung (McKinsey)
  • Länsförsäkringar AB: 10 Planungszyklen pro Jahr, deutlich verbesserte Forecast-Genauigkeit
  • IBM intern: Millionen gesparte Arbeitsstunden jährlich durch automatisierten Forecast-Prozess
  • Unternehmen mit rollierender Planung reduzieren Planungszyklen um bis zu 50 % (BARC)
  • BI2run: 200+ TM1/Planning Analytics Projekte in der DACH-Region
BI2run - Präsentation

Warum BI2run – und was der Umstieg konkret bedeutet

BI2run hat in über 200 Planning Analytics Projekten in der DACH-Region regelmäßig rollierende Planung eingeführt. Was wir dabei immer wieder sehen: Der technische Teil ist meistens kleiner als erwartet. Der größere Aufwand liegt in der Modellierung – also der Frage, welche Treiber wirklich steuerungsrelevant sind.

Deshalb starten wir in Erstgesprächen nicht mit Technologie, sondern mit eurem aktuellen Prozess. Ergänzend empfiehlt sich auch ein Blick auf den Artikel IBM Planning Analytics vs Excel, der die technische Grundlage für rollierende Forecasts erklärt.

Rollierende Planung · IBM Planning Analytics

Rollierende Planung einführen – wie gehen wir vor?

In einem 30-minütigen Gespräch klären wir, ob und wie rollierende Planung zu eurem Unternehmen passt.

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FAQ: Häufige Fragen zur rollierenden Planung

Was ist der Unterschied zwischen rollierender Planung und klassischer Budgetierung?

Die klassische Budgetierung erstellt einmal jährlich einen fixen Plan für das kommende Geschäftsjahr. Rollierende Planung aktualisiert den Plan kontinuierlich und verlängert den Planungshorizont gleichzeitig um eine Periode. Das Ergebnis: Der Plan ist immer aktuell und der Planungshorizont bleibt immer gleich lang.

Was bedeutet Rolling Forecast auf Deutsch?

Rolling Forecast ist die englischsprachige Bezeichnung für den rollierenden Forecast oder die rollierende Prognose. Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Konzept: einen Forecast, der regelmäßig fortgeschrieben wird und immer einen konstanten Planungshorizont abdeckt.

Wie lange sollte der Planungshorizont bei rollierender Planung sein?

Gängig sind 12 und 18 Monate. Ein 12-Monats-Horizont deckt immer ein volles Geschäftsjahr ab. 18 Monate sind sinnvoll, wenn Investitionsentscheidungen oder Personalplanung längere Vorlaufzeiten benötigen.

Kann man rollierende Planung mit einem Jahresbudget kombinieren?

Ja – das ist sogar der häufigste Einstieg. Das Jahresbudget bleibt als strategischer Rahmen bestehen und wird durch einen rollierenden Kurzfristforecast ergänzt. Mit der Zeit verliert das Budget an operativer Bedeutung, während der rollierende Forecast zum eigentlichen Steuerungsinstrument wird.

Welche Software braucht man für rollierende Planung?

Eine einfache rollierende Planung lässt sich mit Excel realisieren, solange die Datenmenge überschaubar ist. Sobald mehrere Bereiche und automatische Ist-Daten-Importe nötig sind, braucht man eine Planungsplattform. IBM Planning Analytics (TM1) ist die Lösung, mit der BI2run rollierende Planung implementiert – mit direkter SAP-Integration und Excel-Frontend. Mehr dazu im Artikel Planning Analytics for Excel.

Glossar: Die wichtigsten Begriffe

BegriffDefinition
Rollierende PlanungPlanungsansatz mit kontinuierlich vorwärts gerolltem Horizont – der Plan wird regelmäßig fortgeschrieben statt einmalig erstellt.
Rolling ForecastEnglische Bezeichnung für den rollierenden Forecast; laufende Prognose über einen festen Zeithorizont (z.B. 12 Monate).
Rollender ForecastDeutschsprachige Variante von Rolling Forecast; beide Begriffe werden synonym verwendet.
Beyond BudgetingManagementkonzept, das die klassische Jahresbudgetierung ablehnt und durch rollierende Planung und relative Ziele ersetzt.
Treiberbasierte PlanungPlanungsmodell, in dem wenige zentrale Werttreiber alle abhängigen Größen automatisch berechnen.
12+0-ForecastRolling Forecast über 12 Monate, ohne separates Jahresbudget.
12+3- oder 12+6-ForecastHybridansatz: Jahresbudget als Rahmen, ergänzt durch rollierenden Kurzfristforecast.
IBM Planning AnalyticsPlanungsplattform mit TM1-Engine für treiberbasiete rollierende Planung und automatischen ERP-Datenimport.

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