Menu Schließen

Top-Down und Bottom-Up Planung in TM1: Welches Modell passt zu deinem Unternehmen?

BI2run - Top-Down vs. Bottom-Up

Stell dir vor, es ist Budgetierungszeit und die Stimmung in der Finanzabteilung ist entspannt. Kein manuelles Zusammenfügen von hunderten Excel-Tabellen, keine widersprüchlichen Versionen und vor allem: ein glasklarer Prozess. Was wie ein Märchen klingt, ist 2026 mit der richtigen Architektur in IBM Planning Analytics (TM1) Realität.

Doch bevor du die erste Zeile Code in deinem TM1-Modell schreibst, stehst du vor einer fundamentalen Entscheidung: Setzt du auf Top-Down oder Bottom-Up? Oder ist ein hybrider Ansatz der Schlüssel zum Erfolg? In diesem Artikel erfährst du, wie du TM1 optimal nutzt, um beide Welten zu vereinen und deine Planung auf das nächste Level zu heben.

1. Die Wahl zwischen Top-Down und Bottom-Up

Die Anforderungen an die Unternehmensplanung haben sich massiv gewandelt. Volatile Märkte und der Druck zur digitalen Transformation zwingen Finanzabteilungen dazu, agiler zu werden. TM1 ist seit Jahrzehnten das Kraftpaket im Hintergrund, doch die Software ist nur so gut wie das Planungsmodell, das du darauf aufbaust.

Die Entscheidung zwischen Top-Down und Bottom-Up ist keine rein technische Frage. Sie ist eine Frage der Unternehmenskultur. Während die eine Methode auf Geschwindigkeit und klare Ansagen setzt, fokussiert die andere auf Detailgenauigkeit und die Akzeptanz der operativen Ebene.

2. Was steckt hinter den Begriffen?

Bevor wir in die TM1-Details eintauchen, lass uns die Begriffe kurz für den modernen Kontext im Jahr 2026 schärfen.

  • Top-Down Planung: Hier gibt das Management die Richtung vor. Globale Ziele (z. B. Umsatzwachstum von 10 %) werden auf die unteren Ebenen heruntergebrochen. Der Datenfluss verläuft von der Konzernspitze bis zu den kleinsten Organisationseinheiten.
  • Bottom-Up Planung: Hier beginnt der Prozess an der Basis. Jeder Kostenstellenverantwortliche plant seine Ressourcen und Umsätze im Detail. Diese Daten werden dann nach oben aggregiert, um das Gesamtbudget zu bilden.

In TM1 werden diese Ansätze durch die multidimensionale Struktur perfekt abgebildet. Dank der In-Memory-Technologie siehst du in Echtzeit, wie sich eine Änderung an der Basis auf das Gesamtergebnis auswirkt – oder wie eine Zielvorgabe von oben verteilt werden kann.

BI2run - Kollegen Unterhaltung

3. Top-Down Planung in TM1: Strategische Ziele effizient verteilen

Wenn Zeit der kritische Faktor ist, spielt die Top-Down Planung ihre Stärken aus. In TM1 bedeutet das oft, dass du auf einer hohen Ebene (z. B. „Total Company“) einen Wert eingibst und das System die Verteilung übernimmt.

Warum Top-Down?

  • Geschwindigkeit: Ein Budgetentwurf steht innerhalb von Tagen, nicht Wochen.
  • Strategischer Fokus: Das Management stellt sicher, dass die Unternehmensziele konsequent verfolgt werden.
  • Ressourcenschonung: Die operative Ebene wird weniger durch administrative Planungsaufgaben belastet.

Die TM1-Expertise: Data Spreading

Eines der mächtigsten Werkzeuge in TM1 für den Top-Down-Ansatz ist das Data Spreading (Datenverteilung). Du gibst einen Zielwert auf einem konsolidierten Knoten ein und wählst eine Verteilungsmethode:

  • Proportional Spread: Verteilt den Wert basierend auf den Vorjahresanteilen.
  • Equal Spread: Verteilt den Wert gleichmäßig auf alle Blattelemente.
  • Repeat Leaf: Schreibt den gleichen Wert in alle untergeordneten Zellen.

4. Bottom-Up Planung in TM1: Operative Detailtiefe nutzen

Die Bottom-Up Planung ist das Herzstück für Unternehmen, die Wert auf Genauigkeit und Eigenverantwortung legen. Hier glänzt TM1 durch seine Fähigkeit, riesige Datenmengen auf granularer Ebene (z. B. SKU-Ebene oder pro Mitarbeiter) zu verarbeiten.

Warum Bottom-Up?

  • Genauigkeit: Niemand kennt die operativen Kosten besser als die Leute vor Ort.
  • Commitment: Wer sein Budget selbst plant, identifiziert sich stärker mit den Zielen.
  • Transparenz: Abweichungsanalysen lassen sich bis auf die Belegebene zurückverfolgen.

Die TM1-Expertise: Workflow und Granularität

In einem Bottom-Up-Szenario nutzt du in TM1 oft den Planning Analytics Workflow. Du kannst genau steuern, wer wann welche Daten eingeben darf. Der Status (In Arbeit, Eingereicht, Genehmigt) sorgt dafür, dass du jederzeit den Überblick behältst, wo der Prozess gerade stockt.

Ein weiterer technischer Vorteil ist die Attribute-basierte Planung. Du kannst Dimensionen wie „Produkte“ mit Attributen wie „Farbe“ oder „Region“ versehen und darauf basierend Planungsmasken erstellen, die für den Endanwender intuitiv sind.

BI2run - Diskussion Mitarbeiter

5. Der direkte Vergleich: Wann gewinnt welches Modell?

Die folgende Tabelle hilft dir bei der schnellen Einordnung, welcher Ansatz für deine aktuelle Situation in TM1 der richtige ist.

MerkmalTop-DownBottom-Up
ZeitaufwandGeringHoch
GenauigkeitGrob (Schätzung)Hoch (Detailplanung)
MotivationEher gering (Vorgabe)Hoch (Mitbestimmung)
DatenvolumenÜberschaubarSehr hoch
EignungKrisenzeiten, stabile MärkteKomplexe Strukturen, Wachstum

6. Der hybride Weg: Top-Down und Bottom-Up im Gegenstromverfahren vereinen

Im Jahr 2026 sehen wir immer seltener „reine“ Modelle. Die erfolgreichsten Unternehmen nutzen das Gegenstromverfahren.

Dabei gibt die Geschäftsführung strategische Leitplanken vor (Top-Down), während die Fachabteilungen ihre detaillierten Bedarfe melden (Bottom-Up). In TM1 lassen sich diese zwei Datenströme hervorragend in einem Modell nebeneinanderstellen.

Die Rolle von Sandboxing

Mit der Sandboxing-Funktion in TM1 können Controller verschiedene Versionen vergleichen:

  1. Version A: Die „Wunschliste“ der Abteilungen (Bottom-Up).
  2. Version B: Die Zielvorgabe der Geschäftsführung (Top-Down).
  3. Delta-Analyse: TM1 berechnet sofort die Differenz.

So wird der Abstimmungsprozess zu einem faktenbasierten Dialog statt zu einem Ratespiel.

7. Implementierung in TM1: Best Practices für Top-Down und Bottom-Up

Damit dein TM1-Modell 2026 performant bleibt, solltest du bei der Implementierung folgende Punkte beachten:

  • Vermeide Over-Engineering: Plane im Bottom-Up nur so detailliert wie nötig. Zu viele Dimensionen blähen die Cubes auf und verlangsamen das System.
  • Nutze TI-Prozesse für die Verteilung: Komplexe Top-Down-Logiken sollten über TurboIntegrator-Prozesse abgebildet werden, um die Rechenlast von den Regeln (Rules) zu nehmen.
  • User Experience (UX) zählt: Nutze Planning Analytics Workspace (PAW), um intuitive Oberflächen zu schaffen. Ein Fachanwender im Bottom-Up-Prozess sollte nicht das Gefühl haben, in einer Datenbank zu arbeiten, sondern in einer modernen App.

8. Mit TM1 agil zwischen Top-Down und Bottom-Up wechseln

Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“ – es gibt nur ein „Passend“. Die Stärke von TM1 liegt darin, dass du dich nicht für immer festlegen musst. Dein Unternehmen kann heute mit einer schnellen Top-Down-Planung starten und im nächsten Jahr granulare Bottom-Up-Elemente hinzufügen.

Die Flexibilität, beide Ansätze im Gegenstromverfahren zu vereinen, macht IBM Planning Analytics auch 2026 zum Goldstandard im Controlling. Wenn du deine Planungsprozesse digitalisieren willst, ist die technische Basis vorhanden – jetzt liegt es an dir, die strategischen Weichen zu stellen.

Möchtest du wissen, wie du deine bestehende TM1-Architektur auf ein hybrides Planungsmodell umstellst? Kontaktiere uns für ein unverbindliches Strategiegespräch!

Artikel teilen:

LinkedIn
WhatsApp
Facebook
Email

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Folge uns in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Weitere Blogartikel

Noch Fragen? Unsere Experten freuen sich auf Ihren Anruf!