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Univariate Forecasting in IBM Planning Analytics for Excel: Was das neue Feature bedeutet und wie du es sofort nutzt

BI2run - Univariate Forecasting

Wer IBM Planning Analytics im Einsatz hat, kennt das Muster: Forecasting lief bisher entweder über selbst gebaute Regeln in TM1, über externe Tools – oder gar nicht, weil der Aufwand zu hoch war. IBM hat das geändert.

Mit Version 2.1.24 für Planning Analytics for Excel (PAfE), beziehungsweise v3.1.11+ in der neueren Architektur, ist Univariate Forecasting direkt in Universal Reports integriert. Xavier Osorio, Senior Product Manager für Planning Analytics bei IBM, nennt es „eine der bedeutendsten Erweiterungen von PAfE bisher”. Und das aus gutem Grund: Forecasting war zuvor ausschließlich in Planning Analytics Workspace verfügbar. Jetzt können Anwender Prognosen direkt in Excel erstellen – und die Ergebnisse ohne Umwege zurück nach TM1 schreiben.

Dieser Artikel erklärt, was sich konkret ändert, für welche Aufgaben im Controlling das Feature passt – und wo es an seine Grenzen stößt.

Was bedeutet Univariate Forecasting – und was nicht?

IBM Planning Analytics for Excel (Definition): PAfE ist das Excel-Add-in zu IBM Planning Analytics und TM1. Es ermöglicht direkten Zugriff auf TM1-Cubes aus der Excel-Umgebung heraus. Ab Version 2.1.24 ist Univariate Forecasting direkt in Universal Reports eingebettet – ohne Wechsel in ein externes Tool.

Univariate Forecasting analysiert eine einzelne Zeitreihe und leitet daraus zukünftige Werte ab. Die Eingabe ist immer eine Variable, zum Beispiel monatlicher Umsatz der letzten drei Jahre. Externe Einflussfaktoren wie Marketingausgaben, Rohstoffpreise oder Saisonkampagnen fließen nicht ein.

Das klingt nach einer Einschränkung. In der Praxis des Controlling ist es oft genau das Richtige. Viele Planungsgrößen lassen sich aus ihrem eigenen Verlauf heraus zuverlässig schätzen: Gemeinkosten, Personalaufwand, Infrastrukturkosten, stabile Kundenumsatze.

Multivariates Forecasting: IBM hat bereits angekündigt, dass multivariates Forecasting in einem späteren Release folgen soll. Die erste Version ist bewusst fokussiert – schnell einsetzbar, ohne komplexe Konfiguration.

Was hat sich in PAfE v2.1.24 konkret verändert?

Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Situation: Forecasting war in IBM Planning Analytics ausschließlich in Planning Analytics Workspace verfügbar. Wer PAfE als primäre Arbeitsumgebung nutzte, war auf Umwege angewiesen: eigene TM1-Regeln, externe Statistiktools oder den Wechsel in eine andere Oberfläche.

Das ändert sich jetzt. Die neue Funktion ist direkt in Universal Reports eingebettet. Das bedeutet konkret:

  • Du arbeitest weiterhin in deiner gewöhnlichen Excel-Umgebung mit PAfE.
  • Das Forecasting-Feature liest die Zeitreihe aus deinem bestehenden TM1-Cube.
  • Die Prognose wird als zusätzliche Spalte oder Zeile direkt im Universal Report ausgegeben.
  • Die Ergebnisse können ohne Verlassen von Excel direkt zurück nach TM1 geschrieben werden.
  • Kein Wechsel in PA Workspace, kein externer Workflow, kein manueller Modellabgleich.

Voraussetzung: PAfE v2.1.24 oder höher (klassische Architektur) beziehungsweise PAfE v3.1.11+ (neue Architektur). Die Version findest du im PAfE-Menü unter Hilfe » Info.

KriteriumBisher (vor v2.1.24)NEU: PAfE Univariate Forecasting
Wo verfügbarNur in PA WorkspaceDirekt in PAfE / Universal Reports
SetupTM1-Regeln oder externes ToolKein Setup, sofort nutzbar
ModellauswahlManuell / ExpertenentscheidungAutomatisch durch IBM
Ergebnisse schreibenManueller Export / WorkaroundDirekt zurück nach TM1
Zeitaufwand SetupStunden bis TageMinuten
LizenzGgf. zusätzlich (PA Workspace)In PAfE enthalten

Ihr plant gerade eine neue Budgetrunde oder wollt eure Forecast-Qualität verbessern?

Wir zeigen euch, wie das Feature in eure bestehende TM1-Struktur passt – konkret, ohne Umwege.

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Für welche Controlling-Aufgaben eignet sich das Feature?

Das Feature entfaltet seinen größten Nutzen dort, wo Zeitreihen stabil und wenig von externen Schocks abhängig sind. Konkrete Anwendungsfälle:

1. Umsatzprognose für stabile Produktlinien oder Bestandskunden – monatliche Extrapolation aus historischen Istwerten, direkt im Forecast-Report.

2. Kostenentwicklung planen – Energiekosten, Mieten, IT-Lizenzen: Größen, die sich aus ihrer eigenen Dynamik heraus vorhersagen lassen.

3. FTE- und Headcount-Planung – Stellenentwicklung über Quartale hinweg schätzen, wenn keine größeren Restrukturierungen geplant sind.

4. Initiale Budgetentwurf – statt mit der Vorjahresperspektive zu starten, liefert das Feature einen datenbasierten Ausgangspunkt.

5. Abweichungsanalyse – Vergleich Forecast vs. Ist über den Berichtszeitraum, direkt im gleichen Universal Report.

Wie startest du den Forecast in PAfE? Schritt für Schritt

Das Feature ist direkt in Universal Reports integriert. Der Ablauf dauert in der Praxis wenige Minuten – so zeigt es IBM in der offiziellen Videodokumentation:

1.  Forecasting-Monat wählen: Wechsle im Universal Report auf den Monat, ab dem der Forecast starten soll.

2.  Zeile auswählen: Markiere die Zeile, die du prognostizieren willst. Mehrere Zeilen sind möglich, für den Einstieg genügt eine.

3.  Forecast starten: Rechtsklick auf eine Zelle in der markierten Zeile → IBM Planning Analytics Menü → „Launch Forecast“.

4.  Zeitraum definieren (Panel 2): Wähle die Zeitdimension deines Cubes. Falls der Report Nicht-Zeitdimensionen enthält (z. B. Version), entferne diese. Dann: welche historischen Perioden das Modell analysiert – und in welche künftigen Perioden die Prognose geschrieben wird.

5.  Forecast-Kontext prüfen (Panel 3): Der Universal Report übergibt Zeilen- und Slicer-Kontext automatisch. In den meisten Fällen kannst du diese Einstellungen unverändert lassen.

6.  Zielversion festlegen (Panel 4 – Advanced Settings): Wähle, in welche Version des Cubes die Forecast-Werte geschrieben werden sollen. Der Umfang der Optionen hängt von deiner IBM-Nutzerrolle ab: Admins sehen alle Einstellungen, Analysten eine reduzierte Auswahl.

7.  Vorschau und Schreiben: „Preview“ zeigt eine grafische Darstellung des Forecasts. „Forecast“ schreibt die Werte nach TM1 – der Report aktualisiert sich automatisch.

BI2run - hybrid Meeting

Wann stößt das Feature an seine Grenzen?

Univariate Modelle sind kein Allheilmittel. Es gibt Situationen, in denen sie systematisch versagen:

  • Externe Schocks: Wenn Umsätze von Werbedruck, Preiserhöhungen oder Marktveränderungen abhängen, fehlt dem Modell die Information.
  • Diskontinuitäten: Unternehmenskkäufe, Produktabkündigungen, Restrukturierungen – die Zeitreihe bricht, das Modell kann den Bruch nicht antizipieren.
  • Kurze Historien: Wer weniger als 18 bis 24 Datenpunkte hat, liefert dem Algorithmus zu wenig Lernmaterial. Die Ergebnisse werden unzuverlässig.
  • Stark saisonale Geschäfte mit Aktions-Effekten: Wenn Aktionszeiträume Muster erzeugen, die das Modell nicht aus der Vergangenheit kennt, unterschätzt es Spitzen.

In diesen Fällen bleibt multivariate Modellierung, mit watson studio oder spezialisierten Forecasting-Plattformen, der bessere Weg. Das sind aber selektive Ausnahmen, keine Regel. IBM selbst plant, multivariate Modelle in einem späteren Release nachzuliefern.

Warum der richtige Partner den Unterschied macht

Das Feature ist technisch einfach zu aktivieren. Die eigentliche Arbeit liegt davor: Sind deine Cubes so aufgebaut, dass Forecasting sinnvolle Ergebnisse liefert? Stimmen die Zeitreihen in Granularität und Länge? Passt der Forecast in eure Planungslogik? Und wie verhindert ihr, dass automatisch generierte Prognosen ohne Plausibilitätsprüfung in die Planung einfließen?

BI2run begleitet IBM Planning Analytics und TM1 seit Jahren – vom Aufbau über Optimierung bis zur Integration neuer Features wie diesem. Wir sagen dir ehrlich, ob das Update für euch sinnvoll ist und was es konkret bringt. Wenn der Check ergibt, dass ihr keinen Handlungsbedarf habt, sagen wir das auch so.

Forecasting mit PAfE · Kurzer Austausch

Passt das neue Feature zu eurem Forecasting?

Schreibt uns kurz, welche PAfE-Version ihr nutzt und welche Forecasting-Anforderungen ihr habt. Wir schauen gemeinsam, ob das neue Feature für euren Anwendungsfall passt.

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Glossar

BegriffDefinition
IBM Planning AnalyticsDie Business-Intelligence- und Planungsplattform von IBM, aufgebaut auf der TM1-Datenbank-Engine. Wird für integrierte Unternehmensplanung, Forecasting und Reporting eingesetzt.
PAfE (Planning Analytics for Excel)Excel-Add-in, das als Frontend zu IBM Planning Analytics / TM1 dient. Ermöglicht direkten Zugriff auf TM1-Cubes aus der Excel-Umgebung.
Universal ReportsReporting-Framework innerhalb von PAfE, das flexible, regelbasierte Reports mit Live-Datenbankanbindung ermöglicht. Ab v2.1.24 Basis für Univariate Forecasting.
Univariate ForecastingZeitreihenprognose auf Basis einer einzigen Variablen. Das Modell lernt aus dem historischen Verlauf dieser einen Größe und extrapoliert in die Zukunft.
Extended Forecasting EngineErweiterte Forecasting-Engine, die mit PAfE v2.1.24 / v3.1.11+ eingeführt wurde. Ob das univariate Feature darauf basiert, ist in der IBM-Community noch offen.
TM1Datenbankengine hinter IBM Planning Analytics. Bekannt für In-Memory-Verarbeitung und TurboIntegrator-Prozesse. Wird auch als IBM TM1 vermarktet.
PA WorkspaceWebbasierte Oberfläche von IBM Planning Analytics. War bis PAfE v2.1.24 die einzige Möglichkeit, Forecasting in IBM PA zu nutzen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen univariaten und multivariaten Forecasting?

Univariates Forecasting nutzt nur die eigene Vergangenheit einer Zeitreihe als Grundlage. Multivariate Modelle ziehen mehrere Variablen gleichzeitig heran – zum Beispiel Umsatz in Abhängigkeit von Marketingbudget und Marktanteil. Multivariate Modelle sind mächtiger, aber aufwändiger in der Datenpflege und Modellierung. IBM plant, multivariate Forecasting in einem späteren PAfE-Release nachzuliefern.

Welche PAfE-Version brauche ich für das neue Feature?

Für die klassische PAfE-Architektur ist Version 2.1.24 erforderlich. Wer die neue Architektur nutzt, braucht PAfE v3.1.11 oder höher. Die Version prüfst du in PAfE über Hilfe » Info.

Kann ich die Forecast-Ergebnisse direkt in TM1 speichern?

Ja – das ist eines der zentralen neuen Features. Du kannst die Prognose-Ergebnisse ohne Verlassen von Excel direkt zurück nach TM1 schreiben. Dabei solltest du jedoch die Interaktion mit Cell Security, Security Overlays und Element-Sperren vorab testen, da IBM diese Punkte noch nicht abschließend dokumentiert hat.

Kann ich das Forecasting-Modell selbst konfigurieren?

Nicht in der aktuellen Version. IBM wählt automatisch den Algorithmus mit der besten Anpassungsgüte für deine Daten. Das ist für die meisten Controlling-Aufgaben ausreichend und spart Konfigurationsaufwand. Wer vollständige Kontrolle über Modellparameter braucht, bleibt bei watson studio oder spezialisierten Tools.

Brauche ich für das Feature zusätzliche Lizenzen?

Nein. Das Univariate Forecasting-Feature ist Bestandteil von PAfE ab v2.1.24 und erfordert keine zusätzliche IBM-Lizenz. Voraussetzung ist eine aktive IBM Planning Analytics-Lizenz mit PAfE-Zugang.

Wie lange dauert es, den ersten Forecast in PAfE zu erstellen?

In der Praxis wenige Minuten – vorausgesetzt, dein Universal Report ist auf einen TM1-Cube mit ausreichend historischen Daten aufgebaut. Der Ablauf: Zeile auswählen, „Launch Forecast“ anklicken, Zeitraum und Zielversion definieren, Vorschau prüfen, Werte schreiben. Wer zum ersten Mal mit dem Feature arbeitet, sollte 15–30 Minuten einplanen, um die Panels kennenzulernen und den Cube-Aufbau zu verstehen.

Warum war Forecasting bisher auf PA Workspace beschränkt?

IBM hat Forecasting schrittweise ausgebaut. Die erste Verfügbarkeit in PA Workspace ermöglichte es, das Feature in einer kontrollierten Umgebung zu stabilisieren. Mit v2.1.24 folgt jetzt der Schritt in die breiter genutzte PAfE-Umgebung, was IBM selbst als bedeutende Erweiterung einschätzt.

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