Business Intelligence in der Lagerlogistik

Viele Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, große Warensortimente vorzuhalten, um ihren Kunden eine möglichst lückenlose Verfügbarkeit zu garantieren. Kommen dann noch unterschiedliche Standorte mit sich überschneidenden Sortimenten dazu, sind die Grenzen eines einfachen ERP- oder Lagerverwaltungssystems schnell erreicht. Nur ein BI-System kann dann die benötigten Auswertungsmöglichkeiten bieten, um die Lagerhaltung fortlaufend zu optimieren.

Kennzahlen in der Logistik

Zur Bestandsführung und Lagerplatzverwaltung haben sich ERP- oder Lagerverwaltungssysteme etabliert. Jedoch können bereits einfache Kennzahlen wie Umschlaghäufigkeit, durchschnittlicher Lagerbestand und Reichweite dort häufig nicht abgebildet werden, was die nachhaltige Verbesserung von Warenverfügbarkeit und Bestandswahrheit deutlich erschwert. Die Ermittlung dieser Kennzahlen über ein BI-System erlaubt einen ersten Blick auf die Festlegung von Mindest-, Melde- und Maximalbeständen. Mehr Informationen ermöglichen noch genauere Analysen. Saisonale Schwankungen können zum Beispiel dafür sorgen, dass Kennzahlen im Jahresverlauf variabel sind und immer wieder angepasst werden können. Dies lässt sich aus der Auswertung von Abverkaufszahlen über einen längeren Zeitraum ermitteln.

Genaue Analyse dank Business Intelligence

Auch von einem hoch drehenden Artikel kann man beispielsweise einen zu hohen Lagerbestand haben, wenn die Umschlagshäufigkeit zu niedrig ist. Dies hat dann eine hohe Reichweite zur Folge, das heißt, dass sich die gelagerte Ware nur über einen sehr langen Zeitraum abverkauft. Das Vorhalten von Ware über einen langen Zeitraum ist heute aber in der Regel nicht mehr nötig, kurze Lieferzeiten und niedrige Lieferkosten bei Standardprodukten machen das überflüssig. Hier ist eine Ermittlung der optimalen Bestellmenge unter Einbezug eines Lagerzinses notwendig.

Eine weitere interessante Kennzahl in der Logistik ist die durchschnittliche Abgangsmenge je Auftrag, wie das folgende Beispiel zeigt: Zwei Artikel verkaufen sich pro Quartal jeweils zehnmal. Von Artikel 1 werden regelmäßig Verkäufe getätigt, allerdings immer nur in Einzelstücken, während Artikel 2 nur einmal in drei Monaten verkauft wird, aber dann zu zehn Stück. Diese zwei Artikel benötigen also völlig unterschiedliche Mindest-, Melde- und Maximalbestände. Während es bei Artikel 1 ausreicht, eine kleine Menge vorzuhalten, um den Wiederbeschaffungszeitraum abzudecken, müssen von Artikel 2 immer mindestens 10 Stück an Lager sein, damit der Kundenauftrag bedient werden kann.

Lageroptimierungen mithilfe von BI-Systemen

Optimierte Bestände führen in erster Linie dazu, dass Platz geschaffen wird, um ein breiteres Sortiment vorzuhalten und die Verfügbarkeit zu erhöhen. Gerade aus Vertriebssicht ist das ein wichtiger Punkt zur Lageroptimierung. Auch zur Steigerung der Kundenzufriedenheit ist eine möglichst hohe Bestandswahrheit sehr wichtig. Business-Intelligence-Systeme können dabei helfen, die Bestandswahrheit zu erhöhen, in dem sie Ausreißer erkennen oder andere Ausnahmen ermitteln und abbilden. Zum Beispiel können Standardvarianzen für Mengenbuchungen je Artikel ermittelt werden: Weicht eine Buchung davon ab – und sei es nur, weil aus Versehen der EAN-Code in das Mengenfeld gescannt oder der falsche Artikel ausgewählt wurde –, wird die Buchung dem Verantwortlichen zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Dieser kann dann entscheiden, ob eine manuelle Prüfung notwendig ist.

Ein weiteres Beispiel ist die Ermittlung aller Lagerbestandsbewegungen, die nicht von den Bestandsverantwortlichen des jeweiligen Lagers gebucht wurden. Ein solcher Fall kann eintreten, wenn die Berechtigungsrollen des Vorsystems für Lagerbuchungen keine Einschränkung auf ein spezielles Lager ermöglichen. Schnell kann es dann passieren, dass Personen Buchungen auf einem falschen Lager durchführen. Mithilfe des BI-Systems können diese Buchungen ausgewertet und dem Bestandsverantwortlichen zur Verfügung gestellt werden.

Optimierungen auf Basis dieser Kennzahlen können auch zu lagerübergreifenden Verbesserungen führen: Können zum Beispiel gewisse Sortimente von geografisch nahen Lagerorten zusammengefasst werden, sodass sie nur noch in einem zentralen Lager vorrätig sind?

Kostenreduktion und Kundenzufriedenheit

Diese aus BI-Analysen abgeleiteten Maßnahmen zur Lageroptimierung führen zu einem aufgeräumten und besser organisierten Lager, das allen Bereichen des Unternehmens – sei es Vertrieb, Einkauf oder Logistik – einen Mehrwert liefert. Es kommt zu weniger Schäden und Verlusten, die Ware ist leichter auffindbar und die Ausfallrate von zugesicherten Warenabholungen sinkt. Denn nichts ist schöner als ein zufriedener Kunde, der jederzeit bedient werden kann, da die Ware vorrätig und in bestem Zustand ist.

Gerade im Logistikbereich ist es leicht, den Überblick zu verlieren. Und manchmal kann es schwer sein, die losen Stellschrauben zu identifizieren, die es festzuziehen gilt, will man eine nachhaltige Bestandsoptimierung erreichen. BI-Systeme erleichtern diesen Prozess um ein Vielfaches. Die genannten Kennzahlen und viele weitere ermöglichen erhebliche Kostenreduktionen, hohe Bestandswahrheiten und Bestandsverfügbarkeiten und nicht zuletzt eine gesteigerte Kundenzufriedenheit. Wollen auch Sie davon profitieren? Dann sprechen Sie uns an!

By | 2018-08-17T13:14:18+00:00 29. August 2018|Categories: BI Know-how|